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Die aktuelle Liturgie

Donnerstag, 29. März 2026

Thema «Gedanken zum Abendmahl»

Einführung

Im Markusevangelium beginnt das Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern mit einer ungeheuren Anschuldigung: Einer von ihnen wird Jesus verraten.

Stellen sie sich eine ähnliche Situation bei sich zu Hause vor. Sie haben Besuch von guten Freunden und esse gemeinsam. Es herrscht gute Laune. Sie unterhalten sich. Und einer der Gäste sagt plötzlich: Einer von euch wird mich verraten.

Wie würden sie reagieren? Wahrscheinlich würden sie den Ankläger für verrückt halten. Sie würden sicher den Vorwurf brüsk zurückweisen oder betreten schweigen. Das gemeinsame Mahl wäre mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit zu Ende.

In der biblischen Erzählung sind die Jünger ebenfalls bestürzt. Doch dann geschieht etwas aussergewöhnliches. Die Jünger weisen den Jesu Vorwurf nicht von sich. Sie fragen ihn und fragen sich selbst: Bin ich’s? Bin ich derjenige, der dich verraten wird? Jeder unter ihnen scheint dazu imstande zu sein. Und tatsächlich, alle werden Jesus in dieser Nacht im Stich lassen. Weder Judas, Petrus oder einer der anderen Jünger wird zu Jesus halten. Dennoch feiert Jesus sein letztes Mahl mit den zwölf Jüngern.

Jesus stiftet das Abendmahl in einer Situation des Verrats, der Verleugnung und Distanzierung von Gott. Bei jeder Abendmahlsfeier erinnert uns der Beginn der Einsetzungsworte an diese Situation: «Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward…». Jene, die Jesus verraten, verleugnen und verlassen, sitzen mit ihm am Tisch, feiern mit ihm das Abendmahl.

Deutlicher kann das, worum es in der Mahlgemeinschaft mit Jesus vor allem geht, nicht zum Ausdruck gebracht werden: Jesus lädt im Namen seines Vaters die Menschen zur sinnlich erfahrbaren Gemeinschaft mit Gott ein. Und zu dieser Gemeinschaft sind alle, wirklich alle, ohne Ausnahme eingeladen. Keiner wird ausgeschlossen.

Im Abendmahl erleben wir sinnlich, was für uns der Kern des Evangeliums, der guten Botschaft ist: Gott nimmt uns bedingungslos an.

(von Pfr. Dr. Roland Liebenberg)

Bibellesung Markus 14, 22 – 25
 

Und als sie assen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach es und gab es ihnen und sprach: Nehmet, das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den Kelch und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Da ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele vergossen wird. Wahrlich ich sage euch, dass ich nicht mehr trinken werde vom Gewächs des Weinstocks bis an den Tag, an dem ich aufs Neue davon trinke im Reich Gottes.

Stille und Fürbitte
Auferstehungs-

ruf

Er ist auferstanden — Le Christ est ressuscité — Christi e risorto — Cristo ha resucitado — Christ is risen — Christus is obgestaan — Christus surrexit — Er isch uferstande
 «Unser Vater»
Gemeinsame

Lesung

Du stellst dich zur Ehebrecherin, als sich alle von ihr distanzierten. Du kehrst bei dem Zöllner ein, als sich alle über ihn empörten. Du riefst die Kinder zu dir, als alle sie wegschicken wollten. Du vergabst Petrus, als er sich selbst verdammte.

Du flohst den Ruhm, als alle dich zum König machen wollten. Du liebtest die Armen, als alle Reichtum erstrebten. Du heiltest Kranke, als sie von den anderen aufgegeben waren. Du schwiegst, als alle dich verklagten, verspotteten und auspeitschten.

Du starbst am Kreuz, als alle Pessach feierten. Du nahmst die Schuld auf dich, als alle ihre Hände in Unschuld wuschen. Du erstandest vom Tod, als alle meinten, alles sei zu Ende. Jesus, ich danke dir, dass du anders bist.

(von einer Zürcher Jugendgruppe)

Segen

Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.